Beugungsunschärfe
(erstellt am: 25.05.2012 - letzte Änderung:14.06.2012 - aufgerufen: 1977 Mal)
Wie wir alle im Physikunterricht gelernt haben, werden Lichtstrahlen beim Durchqueren eines engen Spalts gebeugt (abgelenkt). Die Intensität der Beugung ist dabei abhängig wie eng der Spalt oder das Loch ist, durch dass das Licht durch muss.

Bei einem idealen optischen System trifft das Licht - welches von einem Punkt in der Fokusebene ausgeht - an einem Punkt auf dem Sensor auf. Durch die Beugung von Teilen des Lichts werden einige Lichtstrahlen leicht abgelenkt und treffen nicht auf dem Punkt sondern irgendwo in der Nähe des Punktes auf dem Sensor auf. Dabei bilden die gebeugten Lichtstrahlen einen Unschärfekreis um den scharf abgebildeten Punkt, wobei die Anzahl der weit vom Punkt auftreffenden Lichtstrahlen innerhalb des Unschärfekreises immer mehr abnimmt (Viele Lichtstrahlen werden ein bisschen gebeugt, einige etwas weiter weg und ab und zu mal einer ganz weit weg).

Bei der Blende im Objektiv handelt es sich im Endeffekt auch nur um Loch variabler Größe, an dem immer
 eine Beugung stattfindet. Ist dieses Loch absolut gesehen (also betrachtet in der Form Durchmesser in mm) \"relativ\" groß, so ist der Anteil des gebeugten Lichts sehr gering und geht umgangssprachlich \"im Rauschen unter\" (Wenn von einer Milliarden Photonen mal einer daneben geht - was soll\'s).

Je weiter allerdings abgeblendet wird (das Loch wird kleiner), umso höher wird der Anteil des falsch auftreffenden Lichts, bis der Anteil des gebeugten Lichts eine Sichtbarkeitsschwelle überschreitet und ein beim weiter Abblenden immer größerer Unschärfebereich bemerkbar wird (Die Verteilung der abgelenkten Lichtstrahlen ist ja nicht gleichmässig. Daher werden erstmal die \"leicht abgelenkten\" Lichtstrahlen über die Rauschschwelle treten und zum Schluß die \"ganz weit gebeugten\").

Es wird somit mit zunehmendem Abblenden ein immer stärkeres \"unscharfes\" Bild über das eigentliche Bild gelegt.



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