Stative
(erstellt am: 03.06.2013 - letzte Änderung:03.06.2013 - aufgerufen: 3319 Mal)
 Sie dienen in erster Linie dem stabilen Aufstellen von Kameras und werden verwendet, um verwackelten Aufnahmen vorzubeugen, den Bildausschnitt exakt auszurichten oder aber bei Einsatz von Intervall- bzw. Fernauslösern. Leider wird der Einfluss auf die Bildqualität oft unterschätzt. Einerseits, weil man glaubt, mit ruhiger Hand und dem Verwenden des Bildstabilisators darauf verzichten, andererseits meint, sich das zusätzliche Gewicht ersparen zu können. Benötige ich also immer ein Stativ? Sicher nicht, viele Faktoren haben Einfluss, wobei die Belichtungszeit in Verbindung mit der verwendeten Brennweite einen sehr großen hat. In etwa, und somit als grobe Faustregel, kann man sagen, dass die Belichtungszeit, in der ohne Stativ fotografiert werden kann, nicht größer als der Kehrwert der eingesetzten Brennweite sein sollte. Also: Bei 50mm 1/50 sec. und bei 200mm 1/200 sec oder die jeweils nächstkürzere vorhandene (1/60 bzw. 1/250). Außerdem habe ich mit einem Stativ die Möglichkeit, den Bildaufbau in Ruhe vorzunehmen und den Bildausschnitt entsprechend meinen Vorstellungen zu komponieren. Ein weiterer Vorteil besteht in der Natur- und Tierfotografie wenn ich, z.B. an einem Nest, auf den richtigen Moment warten muss und so das Gewicht der Kamera durch das Stativ getragen wird. Zu beachten ist, dass das Stativ das Gewicht aus Kamera und Objektiv, ohne instabil zu werden, tragen kann.
Wenn ich zu dem Ergebnis gekommen bin, ein Stativ einsetzen zu wollen/müssen, stellt sich die Frage nach der Art. Es gibt verschiedene, die sich je nach Verwendungszweck in Größe, Gewicht und Anschaffungspreis unterscheiden.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit seien genannt:

Klassische Dreibeinstative

Diese sind in der Regel aus Aluminium oder Carbon, haben üblicherweise noch eine Mittelsäule und sind mit ausziehbaren Stativbeinen versehen, die unter anderem mit Edelstahldornen einen sicheren Halt auf dem Boden gewährleisten. Gebräuchlich sind Klemm- oder Schraubverschlüsse an den Beinen, die je nach Modell Kameraeinstellungen von 50 cm – 200 cm ermöglichen. An der Mittelsäule, die bei manchen Modellen auch verkehrt herum, zum bodennahen fotografieren, eingesetzt werden kann, befindet sich in der Regel noch ein Haken, an dem zusätzliches Gewicht zur Stabilisierung (z.B. Fototasche) angebracht werden kann. Auf den Beinen sitzt der Stativanschluss, der in mehreren Variationen verfügbar. In der einfachsten Form handelt es sich um eine Platte, die durch eine Öffnung im Stativanschluss geführt ist. Am häufigsten sind Kugelschalen verbreitet. Diese ermöglichen schnell und einfach die Ausrichtung des Stativkopfs in der Waagerechten, da dieser nach Lösen einer Klemmvorrichtung in der Schale hin und her geschwenkt werden kann. Üblicherweise werden Kamera und Stativ mit einer sogenannten Schnellwechselplatte verbunden. Diese wird von unten mit der Kamera verschraubt. Dadurch ist es möglich, die Kamera schnell mit dem Stativkopf zu verbinden oder abzunehmen.

Einbeinstative

Diese sind sehr handlich, da sie viel weniger bewegliche Teile haben. Sie lassen sich nicht frei aufstellen, sind aber natürlich deutlich leichter als Dreibeinstative. Sie dienen in der Hauptsache als stabilisierende Stütze und kommen dort zum Einsatz, wo aufgrund von Gewichtsproblemen (Urlaubsgepäck) das Dreibeinstativ nicht mitgenommen werden kann oder im Bereich der Reportage- und Sportfotografie als Stütze für schwere Teleobjektive.

Saug-, Schraub- und Klemmstative

Hierbei handelt es sich um Stative, die je nach Untergrund entweder an glatten Flächen (z. B. Windschutzscheibe), Tischen oder sonstigen Materialien angebracht werden können.

Sonderformen wie Bohnensack oder Eigenkonstruktionen

Als Bohnensack wird ein Beutel aus verschiedensten Materialien bezeichnet, der entweder mit Granulat, Kaffeebohnen, Sand und ähnlichem gefüllt, und, passend zur Unterlage und Kamera, so zurecht geformt wird, dass sich eine relativ stabile Positionierung der Kamera ergibt.



Springblende  Springblende  STM (Objektiv, Canon)