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Die Schwierigkeit fahrende Züge zu fotografieren

BeitragVerfasst: 23:36
von Ammerland
Hallo zusammen,

für den abgelaufenen Wettbewerb hatte ich die Idee, fahrende Züge zu fotografieren. Zur blauen Stunde, damit es einen schönen farbigen Wischer gibt.

Eine Stelle, auf der ich etwa auf einer Höhe mit den Zügen war, befand sich am Zugang zu einer wirklich netten und heimeligen Unterführung.
IMG_7336.1_oE.jpg
Eine nette Lokation
Eine nette Lokation





Ich habe mich da wirklich wohl gefühlt neu_pfeiff.

Während ich mein Stativ aufgebaut und ausgerichtet habe, fuhren ständig Züge vorbei. Als ich fertig war, kam kein Zug mehr. Ich stand und wartete ... und wartete ... und wartete. Endlich wieder ein Zug. Auf den Auslöser gedrückt und - Belichtungszeit zu lang. Der Zug war weg und die Kamera belichtete immer noch. Das sah dann so aus:
IMG_0064_comp_oE.jpg
Belichtungszeit zu lang. Neben dem Geländer das Gleis, auf dem mir die Züge fast über die Füße gefahren sind. Ein Stativbein stand übrigens auf dem Gleiskörper.
Belichtungszeit zu lang. Neben dem Geländer das Gleis, auf dem mir die Züge fast über die Füße gefahren sind. Ein Stativbein stand übrigens auf dem Gleiskörper.






Also habe ich auf einen Zug aus der Gegenrichtung gewartet. Die fahren langsamer. Diesmal musste ich auch nicht so lange warten. Der Zug kommt und fährt mir fast über die Füße! Viel zu nah, war nix. Zugpause, warten. ISO erhöht, weil die Belichtungszeit immer noch zu lang war. Die blaue Stunde war inzwischen dunkelblau. Warten. Dann tut sich wieder was. Toll, ein ICE (oder so, kenne mich nicht so aus), auch auf dem richtigen Gleis, das nicht unmittelbar neben mir ist. Schnell den Fernauslöser betätigt - da kommt doch ein anderer Zug und überholt meinen schönen ICE und fährt mir dabei wieder fast über die Füße beisstischkante .
IMG_0066_comp_oE.jpg
Der rote Streifen ist der ICE im Hintergrund.
Der rote Streifen ist der ICE im Hintergrund.






Ist ja schon interessant, welche Bilder dabei entstehen. Man kann sogar unter den Zügen durchgucken. Wollte ich aber gar nicht!

Einen Zug habe ich mir noch gegönnt. Erstmal aber wieder warten. Der Himmel zeigte mittlerweile nicht einmal mehr einen Hauch von blau. Dann kommt wieder was. Ein Nahverkehrszug mit zwei (2) Waggons. Der war viel zu kurz, meine Belichtungszeit wieder viel zu lang. 13 Sekunden braucht kein Zug, um an mir vorbei zu kommen! Ich hatte die Nase voll und wollte nur noch weg von dieser sympatischen Unterführung.

Irgendwann versuche ich es noch einmal. Dann allerdings mit meinem Mann als Begleitschutz.

Gruß
Ute

Re: Die Schwierigkeit fahrende Züge zu fotografieren

BeitragVerfasst: 10:09
von ptra
Hallo Ute,
abenteuerliche Exkursion. Gut nur, dass du nicht unter die Räder gekommen bist. Allein die Unterführung ist ja schon der Graus. Alles in allem eine lustige Schilderung und ich musste herzlich lachen trotz der Gefahren denen du ausgesetzt warst. Die Bilder sind anseh(n)lich geworden, wenn auch nicht das, was du dir möglicherweise vorgestellt hast. Ich freue mich schon auf den nächsten Bericht.
Gruß. Petra ;-)

Re: Die Schwierigkeit fahrende Züge zu fotografieren

BeitragVerfasst: 22:11
von nebels_hund_sky
Hallo Ute,

bitte_1 nimm das nächste Mal bei Deinen aufregenden und auch gefährlichen Fotoexkursionen Deinen Mann als Bodyguard mit und gib anschließend hier sofort ein Lebenszeichen.
bitte_1 verwende das nächste Mal die manuelle Einstellung, damit die Gefahrenzeit kürzer wird.

Dein (neues ?) Stativ hat auf jeden Fall die Härteprobe bestanden, ohne Verwacklungen durch die Erschütterung und den Fahrtwind der vorbeibrausenden Züge perfekt die Bilder auf den Chip zu bannen.

Ein bisschen musste ich aber auch beim Lesen schmunzeln. zwinkern_1

Dein Erlebnis erinnert mich sehr an meinen nächtlichen Fotoausflug zu einem unbeleuchteten Fahrradweg an den Main, um den illuminierten Frühstückstempel fotografieren. Meine Belichtungszeit reichte immer so gerade, um mich vor den heran nahenden Radfahrern in den Grünbereich zu retten.

Der neue Wettbewerb "Interessante Stadtansichten" dürfte ja etwas ungefährlicher sein und so wünsche Ich Dir

ein schönes sonniges Wochenende

Brigitte

Re: Die Schwierigkeit fahrende Züge zu fotografieren

BeitragVerfasst: 23:44
von Liroma
Hallo Ute,

ist ja lustig, denn diese Idee hatte ich auch, leider kam ich vor lauter Arbeitsstress nicht dazu sie um zu setzen.So blieb es bei der Idee mit den Autobahnlichterspuren. da war es genau so, als ich endlich alles gut eingestellt hatte, haben sich die Autofahrer Zeit gelassen. Man muss manchmal wirklich Geduld haben.

Ich finde Deine Versuche gar nicht schlecht. Den zweiten sogar sehr gelungen. Für mich wäre es ein Favorit gewesen das sag ich ganz ehrlich! doppel_daumen
Lustig wie Du das erzählst, ich kenne sowas auch, meine Ach-Exkursion war auch ein Abenteuer, ich musste ständig aufpassen das das Stativ mit der Kamera nicht ins Wasser fällt.

Danke für die tolle Geschichte, du hast mich wirklich zum schmunzeln gebracht.

Lieben Gruss Linda

Re: Die Schwierigkeit fahrende Züge zu fotografieren

BeitragVerfasst: 17:13
von Rai_Wil
Hallo Ute,

DA_123 für Deinen hurmorvoll geschilderten, gefahrvollen Situationsbericht, an der wohl schönsten Location der Welt neu_lach . Ich möchte gar nicht wissen, wie groß die Frustration auf dem Nachhauseweg war. Trotzdem sind Dir eindrucksvolle Fotos gelungen und die Gesundheit ist auch nicht auf der Strecke geblieben. Insofern: Alles gut!

Viele Grüße

Rainer

Re: Die Schwierigkeit fahrende Züge zu fotografieren

BeitragVerfasst: 00:16
von Ammerland
Hallo zusammen,

es freut mich, dass ich Euch mit meinem Erlebnisbericht zum Schmunzeln bringen konnte. Im nachhinein konnte ich auch darüber lachen. An dem Abend haben mir allerdings die Knie ganz schön geschlottert.

Die Unterführung befindet sich unterhalb des Straßenniveaus (bis dahin ist man schon etliche Stufen runter gegangen), die Straße ist sehr unbelebt, da sieht und hört einen kein Mensch! Gott sei Dank ist die ganze Zeit niemand gekommen. Ich glaube, ich hätte meine Sachen nur so gerafft und hätte mich davon gemacht. Aber natürlich ist alles gut gegangen und wahrscheinlich wären nur harmlose Passanten gekommen, die sich genau so mulmig gefühlt hätten wie ich. Trotzdem...

Und ja, mein neues Stativ, ein Sirui N-2004, hat seinen Test hinsichtlich Stabilität bestanden doppel_daumen !

Gruß
Ute

Re: Die Schwierigkeit fahrende Züge zu fotografieren

BeitragVerfasst: 11:54
von champerlaine
Hallo Ute,
ich als Eisenbahnerfrau (mein Mann hat die Oberleitung mit installiert) kann Dir nur sagen, dass Du ein sehr großes Risiko eingegangen bist. Gott sei Dank ist alles gut abgelaufen. Schon alleine der Fahrtwind eines durchfahrenden Zuges kann schon ausreichend sein, Dir Schaden zuzufügen.
Mach es lieber nicht noch einmal.
Liebe Grüsse von Christa

Re: Die Schwierigkeit fahrende Züge zu fotografieren

BeitragVerfasst: 01:02
von Ammerland
Danke für die Warnung, Christa Danke_12 !
Aber zwischen mir und den Gleisen war noch ein recht hohes Geländer und die Stelle war kurz vor dem Bahnhof, so dass die Züge nicht (mehr) die volle Geschwindigkeit hatten. Aber ich habe mich ganz schön erschrocken, als das erste Mal ein Zug so dicht neben mir vorbei fuhr. Und dann erst einmal geguckt, wie nah mein Stativbein eigentlich neben dem Gleis stand. War schon ziemlich nah neu_pfeiff !

Gruß
Ute

Re: Die Schwierigkeit fahrende Züge zu fotografieren

BeitragVerfasst: 07:33
von nebels_hund_sky
Ammerland hat geschrieben:Und ja, mein neues Stativ, ein Sirui N-2004, hat seinen Test hinsichtlich Stabilität bestanden doppel_daumen !


Herzlichen Glückwunsch zum neuen Stativ doppel_daumen
Bei Deinen Extremtests - waren die von Traumflieger empfohlen zwinkern_1 - ist es und der Kugelkopf (?) ja wirklich stabil und standfest.

Gruß
Brigitte