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Blende und das Wofür

BeitragVerfasst: 00:47
von Raptor
So nun habe ich die Bilder gefunden, die ich mal zum Probieren und um die Wirkung der Blendeneinstellung zu verstehen, gemacht habe.

Blende 4:



5_Blende4_1.jpg


Blende5,6:



5_Blende5komma6_1.jpg


Blende 13:



5_Blende13_1.jpg



Blende 32:



5_Blende32_1.jpg


Der Fokus liegt bei alen Aufnahmen auf der blauen Tasse, und je größer die Blendenzahl wird, desto größer wird der Bereich vor und hinter dem anvisierten Objekt.

Wofür brauche ich das ?

Durch diesen Effekt ist es möglich ein Objekt so darzustellen, als wäre es 3Dimensonial abgebildet. Man kann die Tiefe des Objektes erahnen.

Wie bei diesem Fossilen Raptor-Schädel:



5_Raptor_1.jpg


Aufgenommen mit Blende 7,1


Ich hoffe mein kleiner Ausflug in die Blendentechnik war hilfreich und hat nicht noch mehr Fragen aufgeworfen :D

RE: Blende und das Wofür

BeitragVerfasst: 12:15
von crazysister
Vielen Vielen Dank. Genau das ist auch immer das Problem das ich als Anfänger so gar nicht verstanden habe. Deine Aufnahmen erklären mehr als sämtliche Internet-Seiten oder Bücher.

Gruß Isi

RE: Blende und das Wofür

BeitragVerfasst: 13:09
von Stone
Sehr schön eklärt!

RE: Blende und das Wofür

BeitragVerfasst: 13:44
von Münsterländer
aber achtung f32 ist schon ganz gefährlich und bringt beugungsunschärfen mit sich
grundsätzlich ist zu sagen das die schärfeebene sich 1/3 zu 2/3 verteilt, also 1/3 vor und 2/3 hinter dem objekt.
die von andreé gezeigten beispiele sind mit einem normal objektiv eigentlich nicht repräsentativ, da die fotografierten objekte schräg zur schärfeebene angeordnet sind. hier wäre ein shiftobjektiv die viel bessere wahl, da man um alle tassen scharf abzubilden das objektiv relativ parallel zur schärfeebene shiften kann und man bei weitem nicht so eine hohe blendenzahl(kleine öffnung der blende) braucht - f13 bis f16 wäre völlig ausreichend und erzeugt somit auch keine beugungsunschärfen, die entstehen, wenn man den blendenkörper zu sehr zusammen "dreht".

ZITAT:

DIE BEUGUNGSUNSCHÄRFE

Gemeint ist eine Schärfeminderung über das gesamte Bild, verursacht durch eine kleine Blendenöffnung im Objektiv.

Da Licht nicht nur durch Linsen und Prismen abgelenkt wird, sondern auch durch Kanten mechanischer Bauteile, kommt es am Blendenrand zu einer Beugung der Lichtstrahlen.
Durch diese Beugung (Ablenkung) treffen die Lichtstrahlen nicht dort auf die Film-/ Sensorebene auf, wo sie ein scharfes Bild ergeben würden, sondern verteilen sich über die gesamte Chipebene.
Man könnte jetzt meinen, dass bei einer grossen Blendenöffnung dieser Effekt am deutlichsten sichtbar wäre. Dem ist nicht so. Zwar werden bei offener Blende sehr viel mehr Lichtstrahlen gebeugt als bei einer geschlossenen Blende, aber der Anteil des geradlinigen Lichts ist im Verhältnis so gross, dass sich dieses nicht negativ auf dem Bild auswirkt.

Anders verhält es sich mit einer kleinen Blendenöffnung.
Es wird hier zwar weniger Licht gebeugt, aber die Anzahl der geradlinigen Lichtstrahlen nimmt beim verkleinern der Blende proportional viel stärker ab als die der Randstrahlen. Aus diesem Grund sollte man die Blende, der Tiefenschärfe wegen, nicht bedenkenlos schliessen. Es gilt hier ein Kompromiss zwischen Tiefenschärfe und Beugungsunschärfe zu finden.
Dieser Kompromiss wird auch "Förderliche Blende" genannt. Als Richtwert kann man bei einem 1:1 Makro von Blende 22 ausgehen.