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Konturen nicht sichtbar

BeitragVerfasst: 10:28
von speedy
Hallo,

ich habe hier mal wieder ein "Problembild", wo ich eure Hilfe brauche.
Ich finde, dass man die Konturen der Blätter nicht wirklich sieht bzw. es sehr matschig ist.
Worüber ich mich geärgert habe, dass ich nur das Sigma 10-20mm 3.5 Objektiv dabei hatte. Liegt es evtl. an diesem?
Über Tipps freue würde ich mich freuen, da ich, sobald es aufgehört hat zu regnen, einen neuen Versuch unternehmen will.

esche.jpg
Exif-Daten
Brennweite: 20 mm (30 mm KB-äquivalente Brennweite)
Belichtungszeit: 1/60 Sek
Blende: F/3.5
Weißabgleich: Automatisch
Blitz: Blitz wurde nicht ausgelöst
Kamera-Modell: NIKON D5000
Belichtungsprogramm: Blendenpriorität
Belichtungskorrektur: 0 LW
Belichtungs- Messmethode: Spot






Gruß
Anja

Konturen nicht sichtbar

BeitragVerfasst: 11:46
von roger
Hallo Anja,

ich gehe 'mal davon aus, dass es mehr oder minder windstill war, ansonsten wäre 1/60 schon eher grenzwertig.

Die Straßenlaterne rechts erscheint scharf abgebildet zu sein. Es könnte sein, dass die Blätter aus dem Schärfebereich fallen (Bl. 3.5)
Evtl. mit ISO hochgehen (von 100 auf 200 oder 400): dann hättest du schon 1-2 Blendenstufen gewonnen...

Problematisch sind die Blätter in der linken Bildhälfte: Da der Lichtumfang auf dem Bild ziemlich groß ist, bekommt die Kamera das nicht mehr hin, d.h. die rechte Bildhälfte ist "richtig" belichtet, die linke damit überbelichtet und die Blätter werden "ausgefressen". Hier hilft nur ein Grauverlaufsfilter, um den Lichtumfang "abzumildern"...


Herzl. Gruß, Wolfgang

Konturen nicht sichtbar

BeitragVerfasst: 12:52
von speedy
Hallo Wolfgang,

windstill war es.
Wie hätte die Blende eingestellt werden müssen? Oder würde das schon durch das hochgehen mit den ISO das bewirken?
Sorry für die blöden Fragen.

Den Filter habe ich noch nicht...

Gruß
Anja

Konturen nicht sichtbar

BeitragVerfasst: 13:31
von roger
Hallo Anja,

wenn du mit den ISOs hochgehst, kannst du auch entsprechend die Blende verstellen, - die Belichtungszeit bleibt dann gleich.
Also: wenn du bei ISO 50 die Blende 3.5 hast, entspricht das bei ISO 100 der Blende 5.6, bei ISO 200 der Blende 8, bei ISO 400 der Blende 11, ...
immer wenn du die ISOs verdoppelst, kannst du eine Blendenstufe höhergehen bei dann gleichbleibender Belichtungszeit...
und wenn du eine Blende höhergehen kannst, wird ja dein Schärfebereich größer...

Viel Spaß!


Herzl. Gruß, Wolfgang


PS.: Einen Grauverlaufsfilter solltest du dir auf alle Fälle überlegen, - ich mache die meisten z.B. Landschaftsaufnahmen nur mit Grauverlaufsfilter...
Falls du mehr darüber wissen willst, einfach bei mir nachfragen...

Konturen nicht sichtbar

BeitragVerfasst: 13:50
von speedy
Danke für deine Ausführung.
Habe mir dazu gerade auch bei Youtube ein Video angeschaut. Das neue Wissen, werde ich dann gleich mal umsetzen...

Den Filter überlege ich mir und mache dann bei Fragen einfach einen neuen Thread auf...

Konturen nicht sichtbar

BeitragVerfasst: 06:37
von nebels_hund_sky
Hallo Anja,

Wolfgang hat Dir schon die richtigen Tipps zur Belichtung und Tiefenschärfe gegeben.

roger hat geschrieben:wenn du mit den ISOs hochgehst, kannst du auch entsprechend die Blende verstellen, - die Belichtungszeit bleibt dann gleich.
Also: wenn du bei ISO 50 die Blende 3.5 hast, entspricht das bei ISO 100 der Blende 5.6, bei ISO 200 der Blende 8, bei ISO 400 der Blende 11, ...
immer wenn du die ISOs verdoppelst, kannst du eine Blendenstufe höhergehen bei dann gleichbleibender Belichtungszeit...
und wenn du eine Blende höhergehen kannst, wird ja dein Schärfebereich größer...



Du hast hier mit ISO 100 fotografiert, also wenn Du eine Blende von 8 für mehr Tiefenschärfe erhalten möchtest, benötigst Du hier ISO 400.
Die Blätter sind sehr klein und erscheinen aufgrund der geringen Tiefenschärfe unscharf und verlaufen ineinander. Da der Himmel sehr hell und überbelichtet ist, wäre sicherlich eine andere Belichtungsmessung als die Spotmessung ratsam, dann bekommst Du allerdings das Problem, dass der Himmel nicht mehr so überbelichtet und die Lichter nicht ausgefressen sind, aber der Baum eher dunkel belichtet wird.

Mein Tipp für Dich:
Bei Deiner NIKON kannst Du die ISO-Automatik verwenden. Die ISO-Automatik findest Du in Deinem Menü - eine feines oft unterschätztes Tool, das für mehr "brauchbare" Fotos sorgt.

Ich würde sie aufgrund des Rauschverhaltens Deiner Kamera auf ISO 800 begrenzen. Als Zeit wählst Du die für Dein Objektiv passende Zeit. Ich würde hier auf Nummer sicher gehen und mindestens eine Zeit von 1/125 sec. bei diesem Objektiv wählen. So vermeidest Du eine evtl. Unschärfe durch die Bewegung des Motives und eine Unschärfe durch Verwacklung der Kamera.

Ich verwende die ISO-Automatik auch gern im manuellen Modus (M). Wähle z.B. im manuellen Modus M bei Deinem Foto ISO 100, Blende f/8 und als Zeit 1/60 oder 1/125 sec, die Kamera sucht nun den passenden ISO-Wert für Deine eingestellten Werte - aber höchstens 800, falls eine Unterbelichtung auftreten würde. Wählst Du die Blendenpriorität passiert folgendes: Du stellst wieder ISO 100, Blende 8 ein und die Kamera wählt bei einer evtl. Unterbelichtung die Zeit, die Du in der ISO-Automatik eingestellt hast - also hier im Beispiel 1/125 und im Anschluss den passenden ISO-Wert bis 800.

Ich hoffe, ich habe mich hier klar und verständlich genug ausgedrückt, weitere Infos findest Du in Deinem Handbuch.

roger hat geschrieben: Einen Grauverlaufsfilter solltest du dir auf alle Fälle überlegen, - ich mache die meisten z.B. Landschaftsaufnahmen nur mit Grauverlaufsfilter...


Bei Landschaftsaufnahmen verwende ich für den (hellen) Himmel auch oft einen Grauverlaufsfilter. So vermeidest Du ausgefressene Stellen im Himmel, da der Himmel durch den Grauverlaufsfilter dunkler erscheint, wenn Du die Belichtungsmessung auf die Landschaft einstellst. Bei Deinem Foto müsstest Du den Filter (Cokin-Filter) auf den Himmel drehen, dadurch erscheinen aber auch die Konturen des Baumes je nach Lage des Filters dunkler, was Du sicherlich nicht erreichen möchtest - bei Deinem Fall also sicherlich nicht wünschenswert. Du könntest alternativ mit Spotmessung oder mittenbetonter Messung eine Belichtungsreihe zur Auswahl mit einer Belichtungskorrektur von z.B. 1 fotografieren.

Auch könntest Du mal die Einstellung Active D-Lighting verwenden, wenn diese bei Deiner NIKON vorhanden ist. Active D-Lighting bewahrt die Details in den Lichtern und Schatten und eignet für Motive mit hohem Kontrastumfang - wie z.B. eine Landschaft mit hellem Himmel. Diese Einstellung ist am effektivsten, wenn sie zusammen mit der Matrixmessung verwendet wird.

Ich hoffe, es hört nun bald auf zu regnen und zu stürmen und freue mich auf weitere Versuche von Dir.

Viele Grüße
Brigitte

Konturen nicht sichtbar

BeitragVerfasst: 17:38
von roger
Hallo Brigitte,

mein Vorschlag mit dem Grauverlaufsfilter war durchaus ernst gemeint...
Ich muss den "Horizont" des Filters doch nicht immer waagerecht einstellen...
Im vorliegenden würde ich ihn mindestens 45° drehen...

Herzl. Gruß, Wolfgang

Konturen nicht sichtbar

BeitragVerfasst: 10:05
von nebels_hund_sky
Hallo Wolfgang,

roger hat geschrieben:meinn Vorschlag mit dem Grauverlaufsfilter war durchaus ernst gemeint…
Ich muss den "Horizont" des Filters doch nicht immer waagerecht einstellen...
Im vorliegenden würde ich ihn mindestens 45° drehen...


Das war mir schon klar, dass man den Filter dreht - aus diesem Grund habe ich ja den COKIN-Filter erwähnt.
Aber selbst wenn ich den Filter bei diesem Motiv verdrehe, bekomme ich noch viel der Äste des Baumes unter den abgedunkelten Bereich, die ich dann wieder aufhellen müsste.
Ein Versuch wäre es wert.

Viele Grüße
Brigitte