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Pentax Optio für 3D-Aufnahmen

BeitragVerfasst: 06:14
von Mannimanaste
Da ich ein großer Fan von 3D Bildern (und Filmen) bin, wollte ich hier mal noch erwähnen, dass ich vor Jahren zwei Optio Kompaktkamera von PENTAX hatte (die Bezeichnung der Ersten ist mir entfallen, die Zweite war die Optio 555), und mit diesen beiden Kameras konnte man einen 3D Modus wählen. Da machte man dann von einem beliebigen Motiv ein Foto, sah dann auf dem Display den Hinweis "Kamera nach rechts verschieben", verschob die Kamera rund 10 cm nach rechts und machte ein zweites Foto, wobei man auf dem Display vor dem zweiten Auslösen das erste Bild überlagernd sehen konnte, so dass man den Horizont angleichen konnte.

Bei den beiden Kameras waren jeweils ein 3D Betrachter beigelegt, und zwar in Form einer Art Brille auf einem Plastikgestell mit Trennwand in der Mitte, das man auf den fertigen Abzug des Fotos stellte. Das fertige Foto zeigt zwei Fotos nebeneinander wobei natürlich nur die Hälfte der üblichen Breite für jedes Foto zur Verfügung war. Stellte man den Betrachter auf das Foto, konnte man wundervolle 3D Fotos betrachten, und zwar ohne jegliche Farbverfälschung und ohne Trübung durch Polarisation (wie im 3D Kino oft der Fall).

Leider hat PENTAX diesen Modus in den Nachfolgemodellen nicht beibehalten, und mir wäre keine andere Digitalkamera bekannt, die das so kann.
Anbei mal ein Beispielbild, das natürlich ohne Betrachter allenfalls mit der Weitstellungsmethode der Augen in 3D gesehen werden kann.
IMGP1794.JPG
Exif-Daten
Brennweite: 20.4 mm (98 mm KB-äquivalente Brennweite)
Belichtungszeit: 1/50 Sek
Blende: F/3.8
ISO-Empfindlichkeit: 200
Weißabgleich: Automatisch
Blitz: Blitz wurde nicht ausgelöst, Blitz unterdrücken-Modus
Kamera-Modell: PENTAX Optio 555
Belichtungskorrektur: 0 LW
Belichtungs- Messmethode: Multi-Segment






EDIT:
Ich vergaß noch zu erwähnen, dass ich mit dieser Methode sogar aus dem Flugzeug in 10 000 m Höhe super 3D Aufnahmen von Quellwolken gemacht habe, die zu uns empor ragten, während wir mit 800 km/h darüber flogen!
Ich dachte mir, dass ich die Verschiebung der Kamera einfach vom Flugzeug erledigen lasse, und dass die hunderte von Metern, die die Kamera hierbei 'verschoben' wird, bei dem großen Abstand zu Wolken und Boden vielleicht funktionieren könnte. Also machte ich die zwei Aufnahmen einfach kurz nacheinander, wobei ich die Kamera teilweise auch auf den Kopf drehte, damit es eine Verschiebung nach rechts wurde (je nach Seite des Flugzeugs, von der aus ich das Foto machte).
Die Ergebnisse waren wirklich super toll! Habe jetzt gerade keins hier auf dem Laptop, sonst würde ich noch eins dazu hoch laden. Bemerkenswert finde ich den möglichen großen seitlichen Abstand von solchen 3D Fotos.

Grüße,
Martin

Re: Pentax Optio für 3D-Aufnahmen

BeitragVerfasst: 16:25
von Hans_Ulrich
Hallo Martin,

jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile. So wie deine habe ich auch angefangen. Leider haben aber viele Betrachter es nicht in die Reihe bekommen, die Augen so zu verdrehen, dann ein plastisches Bild entstand. Auch hat mich gestört, dass man eigentlich nur Bilder im Hochformat richtig aufnehmen kann. Wenn man sie ausdruckt, sind sie, da man ja immer zwei Bilder drucken muss, ziemlich klein. Die Farben kommen allerdings wirklich besser mit dieser Methode zur Geltung.
Ich habe mich dann aber trotzdem für die Rot-Zyan Methode entschieden. Auch wenn es dabei ebenfalls Probleme gibt, Farbverfälschungen, Geisterbilder durch unterschiedlich kalibrierte Bildschirme und die Drucke sind auch nicht ohne. Aber dass sie fast jeder betrachten kann und die Größe gaben bei mir den Ausschlag.

Re: Pentax Optio für 3D-Aufnahmen

BeitragVerfasst: 00:47
von Mannimanaste
Hallo Hans-Ulrich,

richtig toll sehen diese Art 3D Fotos, wie ich sie oben vorstellte, nur mit diesem bei der Optio 555 von PENTAX mitgelieferten 3D Betrachter aus. Denn selbst wenn man die Augen-weit-stell-Methode hin bekommt, sieht man außer dem eigentlichen 3D Foto noch die beiden einzelnen Bilder quasi aus den Augenwinkeln links und rechts daneben. Mit dem Betrachter der ja eine Art Brille mit Trennwand ist, wobei die Trennwand genau auf der Trennlinie beider Fotos platziert wird, bekommt jedes Auge jeweils ein Bild zu sehen, und man muss keine Augenakrobatik vollführen. Das Foto wird praktisch vom ersten Moment an in 3D gesehen, und zwar ohne jegliche Störung (so wie beim "View-Master" aus den 70er Jahren).

Bei Fotos ist die Verwirklichung von selbstgemachtem 3D schon recht gut machbar, aber eben nur unter Zuhilfenahme von Brillen oder 3D-Betrachtern. Schwieriger wird es beim Filmen, denn dort muss schon tatsächlich stereoskopisch gefilmt werden, was bei Fotos von unbewegten Objekten vermieden werden kann.
Filme bieten allerdings die Chance, auch ohne optische Hilfsgeräte in 3D wahrgenommen werden zu können. Zumindest gibt es ein solches mir bekanntes Verfahren, das aber seit den 70er Jahren leider nicht weiterentwickelt wurde, obwohl ich immer wieder Gerüchte über dessen Weiterentwicklung gehört habe.

Es handelt sich um die Zitterbild-Technik. Da werden Die Einzelbilder beider Filme einfach ineinander verschränkt hintereinander geschnitten (AA BB Creative Cloud DD usw.), und das Ganze wird später in doppelter Geschwindigkeit abgespielt. Dadurch ergibt sich dann eine Bildwechselfrequenz von 50 statt der üblichen 25 Bilder pro Sekunde. Diese 50 Bilder pro Sekunde können von den Augen noch getrennt scharf wahrgenommen werden, aber das Gehirn fügt das Ganze dann trotzdem zu einem 3D-Seheindruck zusammen. Ich sah in den frühen 70er Jahren ein Beispiel eines Zitterbildfilms im Schwarz-Weiß-TV meiner Eltern, und zwar in der Sendung "Querschnitte" von Hoimar von Ditfurth. Der Eindruck war unvergesslich: Auf einem einfachen alten Schwarz-Weiß-TV-Gerät sah ich ohne zusätzliche Brille oder sonstige Vorbereitungen plötzlich in 3D Kilometer-weit in einen Wald hinein!
Das Problem beim Zitterbidlverfahren ist nur das Zittern in den Randbereichen. Und diesbezüglich hörte ich in den 90er Jahren Gerüchte, dass man in Amerika dabei sei, dieses Zittern mittels Software gegen den Rand hin stufenlos heraus zu rechnen, so dass der Randbereich dann ohne Zittern klar gesehen würde, obwohl der 3D Eindruck über das Zittern im Hauptanteil des Bildes erhalten bliebe. Leider ist die Technik bisher aber wohl nicht perfektioniert worden, obwohl es meines Erachtens bei der Entwicklung von 3D Techniken, egal ob Foto oder Film ganz entscheidend darum geht, dass der Betrachter keinerlei spezielle Hilfsutensilien benutzen muss, um das Foto oder den Film auf einem normalen Monitor oder TV Gerät in 3D zu sehen!

Ich habe mit meinen Analogvideokameras vor vielen Jahren sogar Versuche gemacht, gute_ idee_1 selbst einen Zitterbildfilm einer unbewegten Szene herzustellen, in dem ich versuchte Bild für Bild aufzunehmen, und nach jedem Bild die Kamera auf einer Schiene nach links und rechts verschob. Das scheiterte aber daran, dass die aufgenommenen Sequenzen viel mehr als nur ein Bild lang waren. Mein nächster Versuch war dann der, zwei getrennt aufgenommene Filme der unbewegten Szene mittels Analog-Schneide-Computer und zwei hochwertigen SVHS-Videorekordern Bild für Bild ineinander zu schneiden. Dieser Versuch scheiterte an der Einfädelgenauigkeit der Videorekorder, die nur bis auf +/- 3 Einzelbilder genau war. seufz_1

Viele Grüße,
Martin